KAMMER AKTUELL

24.05.2018
Werden Sie BIM-Experte!
23.05.2018
Erfolgreich Planen und Bauen durch Digitalisierung
14.05.2018
Öffentliche Anhörung zur Fortschreibung der Strategie des Landes Sachsen-Anhalt zur Anpassung an den Klimawandel
14.05.2018
Einladung zu den Regionalgesprächen der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt 2018 in den Landkreisen und kreisfreien Städten
26.04.2018
7. Preis der Umweltallianz Sachsen-Anhalt 2018 ausgelobt
16.04.2018
Umfrage „Wirtschaftliche Lage der Ingenieure und Architekten - Index 2017“ - Vergleichen Sie Ihr Unternehmen
13.04.2018
Kammermitglied Dr. Mike Kersten erhält Außenwirtschaftspreis AURA 2018
04.04.2018
Herausforderung Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO)
27.03.2018
Mitglieder-Fachexkursion 2018 nach Vietnam
22.03.2018
Machen Sie sich fit für die DSGVO
21.03.2018
Nachwuchs-Ingenieurinnen am Girls Day begeistern
06.03.2018
Sachsen-Anhalts Landesschülerwettbewerb JuniorING "Brücken verbinden" fand grandiosen Abschluss
01.03.2018
Dipl.-Ing. Jörg Herrmann wieder zum Präsidenten der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt gewählt
20.02.2018
Deutscher Ingenieurbaupreis 2018 ausgelobt
23.01.2018
Sachverständigenwesen
12.12.2017
Sachverständigenwesen
04.12.2017
„Fachingenieur Energie“ zum fünften Mal vergeben
29.11.2017
Ehrung von Magdeburger Unternehmen für herausragende Leistungen in der Digitalisierung
14.11.2017
Bericht über die 35. Sitzung des Vertretergremiums der Ingenieurversorgung M–V
09.11.2017
Startschuss für die „Grüne Hausnummer“
01.11.2017
Kammertreue wird belohnt
23.10.2017
Finanzministerium bereitet Leitfaden vor
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Exkursion Flughafen BER
04.10.2017
Exkursion Baustellenbesichtigung „Knoten Magdeburg/ Bahnüberführung Ernst-Reuter-Allee“
26.09.2017
Sachverständigenwesen
01.09.2017
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03.08.2017
Bundesschülerwettbewerb in bewegten Bildern
27.07.2017
Wahlergebnis für das Vertretergremium des Versorgungswerks Mecklenburg-Vorpommern steht fest
29.06.2017
Kammerpräsident Jörg Herrmann nimmt Stellung: »Unser Votum für den Erhalt der HOAI - Qualitätswettbewerb statt Preiskampf!«
20.06.2017
Im Gespräch mit den Landkreisen Sachsen-Anhalts

03.01.2017

EU-Richtlinie verhilft BIM auch in Deutschland zum Durchbruch


„Digital Planen, Bauen und Betreiben“ ist das Leitthema der internationalen Baumesse BAU 2017 in München. Bereits am 15.1.2014 empfahl das Europäische Parlament, das Vergaberecht der Europäischen Union zu modernisieren, indem der Einsatz von computergestützten Methoden wie Building Information Modeling (BIM) zur Vergabe von öffentlichen Bauaufträgen und Ausschreibungen empfohlen wird.

„BIM“ (Building Information Modeling) beschreibt die Wertschöpfungskette Bau als Prozess für Entwurf, Planung, Errichtung und Betrieb von Bau- und Infrastrukturmaßnahmen. Es steht für eine andere Art der Kommunikation, bei der alle Vorgänge im Lebenszyklus eines Bauprojekts miteinander in Verbindung stehen. Den Kern bildet ein digitales 3D-Modell, auf das alle Projektbeteiligten Zugriff haben und damit jederzeit einen aktuellen Wissenstand sowie einen Gesamtüberblick über das Projekt haben. Anders als in einer herkömmlichen 2D-Planung, in der sämtliche Planungsschritte völlig getrennt voneinander erfolgen, werden diese durch die BIM-Methode verzahnt. Es entstehen konsistentere, durchgängigere Informationen - egal wann und wie oft der Entwurf im Planungsprozess geändert wird. Im Ergebnis werden Bauvorhaben mit dieser Methode schneller, wirtschaftlicher und nachhaltiger umgesetzt und fertig gestellt.

Die Verabschiedung der Richtlinie für das EU-Vergaberecht bedeutet, dass alle 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union die Nutzung von BIM bei der Realisierung von öffentlich finanzierten Bau- und Infrastrukturprojekten fördern sollen und diese genauer spezifizieren sowie verpflichtend anordnen können. „Hierfür werde ich mich gemeinsam mit dem Vorstand bei der Landesregierung und den Landesbetrieben noch stärker einsetzen“, sagte Ingenieurkammer-Präsident Jörg Herrmann auf der Vertreterversammlung im November 2016. Er legte dar, dass Großbritannien, die Niederlande, Dänemark, Finnland und Norwegen die Nutzung von BIM bei öffentlich finanzierten Bauvorhaben bereits vorschreiben. Auch in Deutschland hat sich viel getan: Die Promotoren buildingSMART sowie planen+bauen4.0 wurden gegründet. Die Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt stellt sich an die Spitze des „BIM-Clusters Sachsen-Anhalt.

Die öffentliche Auftragsvergabe spielt eine wichtige Rolle für die gesamtwirtschaftliche Leistung der EU. Öffentliche Stellen geben ungefähr 18 Prozent des europäischen Bruttoregionalprodukts für Materialien, Erzeugnisse und Dienstleistungen aus. Gemäß einem 2012 erschienenen Bericht der europäischen Kommission konnten öffentliche Einrichtungen, die eine digitale BIM-Lösung implementiert haben, zwischen 5 und 20 Prozent einsparen.

In Großbritannien ist der Einsatz von BIM bei der Vergabe von öffentlichen Großbauprojekten bereits Pflicht. Die britische Regierung schätzt, dass dadurch seit 2012 bei solchen Projekten 1,7 Milliarden Pfund (in etwa 2 Milliarden Euro) eingespart wurden. Außerdem wurden 66 Prozent der Aufträge der britischen Hauptbehörde für Bauvergabe fristgerecht und innerhalb des Budgetrahmens fertig gestellt. Im Vergleich zu 2010 war das eine nicht unwesentliche Steigerung um 33 Prozent (Quelle: Construction News). Bereits bestehende Gebäude verursachen schätzungsweise 40 Prozent aller Treibhausgas-Emissionen sowie des gesamten Energieverbrauchs. BIM spielt auch bei Sanierungsprojekten zur Verbesserung der Energieeffizienz eine wichtige Rolle, weshalb dieser Aspekt ebenfalls in den Geltungsbereich des EU-Vergaberechts fällt.


Dr. Rainer Berger
Geschäftsführer Entwicklung und Netzwerke